Die Geschichte der Rommelmühle

Die über 500-jährige bewegte Geschichte der an der Enz gelegenen Mühle geht bis auf das Jahr 1471 zurück. In diesem Jahr wurde ein Erblehensvertrag zwischen den Besitzern der Bissinger Enzmühle, den Herren von Sachsenheim, und dem Pächter Peter Müller geschlossen. Damit war das Fundament für die Existenz der Bissinger Enzmühle gelegt. 1854 kaufte Karl Rommel die Mühle.

Als 1903 die Mühlengebäude abbrannten errichtete Karl Rommel das heute noch vorhandene siebenstöckige Mühlengebäude mit drei neuen Turbinen und einem Gleisanschluss zum Bahnhof.

Den Großbrand im Jahr 1930, bei dem der mittlere Teil der Mühle komplett ausbrannte, nahm man zum Anlass, um den Maschinenpark komplett zu erneuern. Damit wurde die Rommelmühle zu Württembergs modernster und leistungsfähigster Mühle. Mit einer Jahresleistung von 24.000 Tonnen lag sie 1939 bei weitem vor der zweitgrößten württembergischen Mühle, der Bäckermühle in Esslingen, die auf eine Jahresleistung von 18.000 Tonnen kam. Mit dieser Leistung vermahlte die Rommelmühle mehr Getreide pro Jahr als alle 39 anderen Mühlen im Altkreis Ludwigsburg zusammen.

1996 wurde die Mühle stillgelegt. Das 100 Jahre alte Gebäude bot keine Möglichkeit mehr, dem technischen Fortschritt und Anforderungen einer modernen Produktionsstätte gerecht zu werden. Der Maschienenpark wurde nach Marokko verkauft und die Bauträgergesellschaft ARCHY NOVA begann mit dem Umbau des Mühlengebäudes zu einem ökologisch ausgerichteten Wohn- und Geschäftshaus. Die Wasserkraft wird nun zur Stromerzeugung genutzt und mit der Abwärme des neu errichteten Gas-Blockkraftwerks wird der Heizenergiebedarf des Gebäudes sowie der umliegenden Wohnhäuser gedeckt.

Im Jahr 2006 wird durch die Bietigheimer Wohnbau ein Teil der mittlerweile stillgelegten Gewerbefläche in Wohnraum umgewandelt. Trotz dieser stärkeren Ausrichtung auf Wohnraum wird auch weiterhin an dem Konzept einer Verbindung von Lebens- und Arbeitsraum festgehalten.